Montag, 2. September 2013

Und weiter geht's

Kia Ora,

ich hab meine zweite Flugstrecke überstanden. Yeah! Und diesmal musste ich mich nicht einmal übergeben oder würgen. Ich werd noch der totale Flugprofi :D

Also wie schon berichtet, ich saß um halb elf im Taxi. Übrigens zum ersten Mal in meiner Zeit in Bali in einem richtigen, lizensierten Taxi! Eine Premiere an meinem letzten Abend :D Innerhalb von 20 Minuten hat der Fahrer es unter Missachtung von Ampeln, Rollern und Vorfahrt-Regeln (aber anders kenn ich es ja nicht) bis zum Flughafen geschafft. Ich hab mir meinen mittlerweile etwas schwereren Rucksack auf den Rückengeschnallt und bin orientierungslos (so viele Schilder gibt es am Flughafen von Denpasar nicht) einfach mal los gelaufen, bis ich in den Abflughalle vor einer Sicherheitskontrolle stand. Da ich noch nichtmal die Schalter der Fluggesellschaft gefunden hatte, hat mich diese Kontrolle etwas verunsichert. Ein netter Sicherheitsbeamter hat mir dann aber erklärt, dass ich erst durch die Kontrolle muss und dann zu den Schalter komme. Gemacht, getan und in der Schlange bei Korean Air angestellt. Dann stand ich fast am Ende der offiziellen Schlange zwischen den Bändern, da fällt einem Mitarbeiter auf, dass ich keinen Sticker habe. Also ich zurück mit Rucksack zur Sicherheitskontrolle nach einem Sticker fragen, den ich dann auch ohne weiteres nachfragen bekomme und dann wieder zur Schlange. Leider erneut an das Ende :/

Eine halbe Stunde später hatte ich es aber tatsächlich zu einem Schalter und einem sehr netten Beamten geschafft, der sich auch wunderbar um mich gekümmert hat. Es gab nur ein einziges Problem: Der liebe Herr hatte noch nie von "Germany" gehört.....Es war nämlich so, für die Mongolei braucht man ein Visum (hab ich, auch wenn es noch verlängert werden muss), diese Informationen müssen schon beim Check-In in das Computersystem eingegeben werden (kein Problem, ist ja eigentlich alles da). Leider hat den armen Mann aber "Germany" als Land in den Informationen so verwirrt, dass er mich gefragt hat, woher ich komme. Woraufhin ich "Germany" geantwortet habe. Mit einem großen Fragezeichen im Gesicht hat der liebe Mann  dann seine Frage wiederholt und extra betont aus welchem LAND ich komme. Ich also wieder "Germany" gesagt. Seine verzweifelten Gesichtsausdruck sehend, habe ich es ihm sogar in Englisch und Deutsch auf einen Zettel geschrieben, aber "Deutschland" schien ihn nur noch mehr zu verwirren und als der arme Mann mich dann fast flehend noch einmal gefragt hat, aus welchem Land ich komme, hab ich resigniert einfach "Europe" gesagt und er war glücklich.....und ich hatte meine Boarding-Karten.

Für meine letzten Rupiah hab ich mich dann noch für umgerechnet 10 Euro mit Schokolade eingedeckt (Johannas Freundin meinte ich würde in der Mongolei keinen bekommen, dass muss ich noch überprüfen, aber ich wollte kein Risiko eingehen :D), hab die Steuern zum Verlassen des Landes bezahlt (verrückt, wenn man rein will muss man zahlen, wenn man raus will, auch!) und bin dann mitten in der Nacht durch die unzähligen Souvenire- und DutyFree-Shops geirrt um einen Stuhl zu finden....Schwerer als gedacht, weil es nicht viele gab. Ich hab dann einen ergattert und noch eine halbe Stunde geschlafen, bevor sich ein italienisches Paar auf der Rückseite der Bank angefangen hat lautstark zu streiten, bis wir in den Warteraum vor dem Gate konnten und dann immer noch weiter gestritten hat.

Im Warteraum haben wir noch einmal eine halbe Stunde rumgesessen und sind dann ins Flugzeug gekommen. Ich hatte einen Gangplatz (Win!) in der mittleren Sitzreihe neben einer koreanischen Familie. In der Fenstersitzreihe neben mir saß dann ein älterer Herr, der sobald das Flugzeug die Rollbahn verlassen hatte, angefangen hat zu schnarchen. An Schlaf war also nicht zu denken. Ich konnte nichtmal meinen IPod laut genug stellen, um das Schnarchen nicht mehr zu hören!!

Sieben Stunden lang mit Schnarchen im Ohr und meiner Musik als Untermalung hab ich das Flugzeug essen ignoriert (ich geh doch kein Risiko ein!), mir ein Drehbuch für einen Horrorfilm ausgedacht und mein Menü zusammengestellt, was ich haben will, an dem Samstag wenn ich wieder deutschen Boden betrete - keine Sorge, Papa, ihr bekommt noch eine genau Aufstellung gemailt ;).

In Seoul angekommen, war ich dann schon nur noch ein Zombie....soo müde! Aber der Flughafen Seoul Incheon ist der Hammer. Super neu, super modern und super chic! Irgendwo hat auch jemand auf einem Flügel Tschaikowsky gespielt, als ich zwei Crossaints gegessen habe und mein Evian Wasser geschlürft habe. Das beste an dem Flughafen war das offene Wi-Fi :D

Ich bin so eine W-Lan-Opfer geworden :D

Aber auch die Mitarbeiter waren spitze, alle konnten Englisch und alle haben mich in die richtige Richtung geschickt :D Ich hab also den Ankunftsterminal mit einem Shuttle-Train verlassen, bin zum Abflugterminal hab mich auf eine Bank gelegt und anderthalb Stündchen geschlafen. Alles total entspannt :)
Der zweite Flug war dann nur noch 3,5 Stunden lang und ich hatte wieder einen tollen Gangplatz, hab ein bisschen gedöst und Musik gehört. Abgesehen von zwei Männern, war ich die einzige Europäerin an Board und bei weitestem das Mädchen mit dem hellsten Haar :D

Landung, Visa-Kontrolle alles kein Problem und dann hab ich 45 Minuten auf meinen Rucksack gewartet....Totmüde, wackelig auf den Beinen und mit einer vollen Blase hab ich hypnotisiert beobachtet, wie sich das Gepäckband im Kreis dreht und weiter dreht und dreht und dreht.

Irgendwann ist mein Rucksack dann aber doch aufgetaucht, ich bin aus dem Flughafen raus, von einer Frau im perfekten Englisch angesprochen wurden (leider hat sie jemand anders gesucht) und hab dann einen netten Herrn mit Baby auf dem einem Arm und einem Schild mit meinem Namen in der anderen Hand gefunden. Wir haben noch kurz auf seine Frau und andere Tochter gewartet und sind dann in einem extrem hohen Geländewagen und noch einer weitern Tochter im Auto zu meiner Gastfamilie gefahren.
Erster Eindruck von der Mongolei: Das Grün ist anders als in Deutschland und anders als in Bali! Zweiter Eindruck: Es wird unglaublich viel gebaut!! Ich hab auch gleich eine Erklärung dazu bekommen: In der Mongolei kann nur während der drei Sommermonate gebaut werden.

Meine Gastfamilie besteht aus einer etwa 45-jährigen Mutter und einer 14-jährigen Tochter, beide sprechen klasse Englisch, sind sehr freundlich und leben in einer kleinen Wohnung in einer großen Wohnhaussiedlung, so wie klein Manhattan :D Die Einrichtung ist etwas älter, aber sauber und gepfelgt und irgendwie erinnert mich alles ein bisschen an Oma und Opas alte Wohnung.

Mein Leben hier in der Mongolei wir so komplett anders, als in Bali oder in Deutschland. Aber ich werde mich hier sehr wohl fühlen :) Und ich bin auch schon gespannt, wie die Projektarbeit wird.

Aber jetzt muss ich erst einmal schlafen...

See ya :)

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