Kia Ora,
Ich hab wirklich versucht auszuschlafen in Seminyak. Wirklich! Aber ich hab es nur bis halb sieben im Bett ausgehalten, dann bin ich aufgestanden und Duschen gegangen. Anna-Sophie, die Deutsche aus dem Hostle, war auch schon ziemlich früh wach, sodass wir direkt nach dem Frühstück auf zum Strand von Seminyak gebrochen sind.
Seminyak liegt an Balis West-Küste. Das heißt endlose Sandstrände mit genialen Wellen und Sonne pur :) :) Es war paradiesisch. Faul lagen wir zu zweit am Strand, haben den Surfern zugeschaut und fachgesimpelt, was die Anfänger alles falsch machen (dabei haben wir selbst maximal nur ein Halbwissen :D). Die Zeit mit dem Rauschen der Wellen, dem Salz im Gesicht und der Hitze der Sonne ist soo schnell vorbei gezogen. Innerhalb eines Wimpernschlages waren 4 Stunden vorbei und ich musste zurück zum Hostel.
Schnell hab ich mir den Sand abgeduscht, mir meine Tasche geschnappt und dann sollte/wollte mich einer der MItarbeiter nach Kuta bringen, damit ich meinen Shuttlebus nehmen kann. Wieder mit dem Roller!
Diesmal war mein Fahrer aber die coolste Socke auf Erden (naja er hatte schon einen Helm an...) Aber mit Zigarette in der linken Hand und mit mir hinten drauf ist er dann erst einmal mit Vollgas auf die erste Kurve zugebrettert und ich hätte am liebsten meine Arme UND Beine um ihn geschlungen und geschrien "Bring mich nicht um!!!!!". Ich hab dieses erste Manöver dann tatsächlich aber überlebt und weiter ging es. In meinem Kopf hat mein persönlicher Angsthase gebetet, dass es ja nur 15 Minuten sind und dass die Chancen nicht so schlecht stehen, dass man 15 Minuten überlebt. Wie unrecht mein Angsthase hatte!!
Mein Rollerfahrer hatte nämlich keinen Plan!! Oder er hatte einen, aber der war nur eine Bleistiftzeichnung auf einem Stück Papier in der linken Hand bei der Zigarette. Ansonsten fehlte jede Orientierung! Ich bin also EINE Stunde lang mit Mister Cool auf dem Roller in Kuta im Kreis gefahren, hab mich zwischen zwei Autos durchgequetscht, die sich schon fast am Spiegel berührten, bin mit rasender Geschwindigkeit auf 90 Grad Kurven zu gebrettert und Schlaglöcher haben meinen Hintern vibrieren lassen.
Aber ehrlich gesagt, hat es nach dem ersten Schock richtig Spaß gemacht :D Roller-Fahren in Bali hat ein bisschen was von dem Moment, wenn du an der Kante stehst vor deinem Bungy-Jump. Ich war also nur noch glückselig am grinsen, als mein Fahrer nach der dritten Runde durch Kuta, das Shuttlebus-Office gefunden hatte, ich meinen Bus noch knapp erwischt habe und ich direkt am Fenster in einem alten Bus ohne Klima-Anlage auf dem Weg nach Ubud war. :D
Die Fahrt hat entspannte anderthalb Stunden gedauert, diesmal hat mich niemand angequatscht und ich hab fröhlich vor mich hingeträumt und Musik gehört. In Ubud hab ich dann herausgefunden, wieso der Shuttlebus am Sonntag so viel günstiger war, als am Samstag: Der Bus hat nicht im Zentrum gehalten....Nicht gewillt mit ein Taxi zu besorgen, bin ich auf gut Glück und auf meinen Orientierungssinn vertrauend (bitte nicht lachen!) einfach mal geradeaus losgelaufen. Eine halbe Stunde später (ohne eine Straße wiederzuerkennen) bin ich dann tatsächlich hinter dem Ubud Market raus gekommen und hab mich dann noch einmal für die letzte halbe Stunde hoch nach Penestanan Kaja aufgerafft.
Erledigt, nass geschwitzt und mit Sonnenbrand auf den Schienbeinen bin ich dann wieder im Freiwilligenhaus angekommen. Ich hab noch geduscht und mich dann hingelegt, bis es Zeit zum Skypen war...
Und das war mein letzter Sonntag in Bali.
See ya :)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen