Donnerstag, 15. August 2013

Nemo wurde gefunden

Kia Ora,

ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie wenig Schlaf ich diese Nacht bekommen habe. Wir sind um 23 Uhr ins Bett nachdem Sarah und Kim auch endlich "The fifth element" gesehen hatten. Bis 1 Uhr lag ich dann vor mich hinträumend wach, bis Kim vollkommen entnervt von einer Mücke geplagt aufgestanden ist, mit ihrem Handy die Mücke gesucht hat und schließlich in Mückenspray gebadet, wieder zu Bett gegangen ist. Diesmal bin ich dann auch eingeschlafen, um um punkt 6 Uhr wieder hell wach im Bett zu liegen. (Zur selben Zeit hat die Mücke Kim diese Nacht zum zweiten Mal in den Wahnsinn getrieben!) Ich hab mich dann eine Stunde lang geweigert, zu akzeptieren, dass ich wach bin - erfolglos - und bin dann doch um 7 Uhr vor allen anderen aufgestanden und hab Mails beantwortet.........

Und irgendwie war ich dann trotzdem nicht fertig, als überraschend pünktlich unser Taxi da war. Innerhalb von fünf Minuten haben wir uns ein letztes Toast in den Mund geschoben, Zähne geputzt, Sachen eingesammelt und startklar waren wir für unsere erste Schnorchel-Erfahrung :)

Nach einer sehr kurzen Fahrt in einem sehr kalten Auto, standen wir am Strand und wurden von einer Balinesin in ein Geschäft gelockt und in Flossen gezwängt (Die Dinger sind an Land ganz schöne Blutabschneider!). Mit viel Mühe und Gekicher haben wir aber alle ein entsprechend modisches Exemplar sowie passene Taucherbrille und Schnorchel gefunden und dann hieß es mal wieder warten. Ausnahmsweise mal nicht auf einen Taxifahrer, Tourguide oder Verkäufer. Nein, wir haben auf das Meer gewartet. Die Flut war gerade erst am Kommen und das sehr sehr kleine Boot lag noch halb auf dem Trockenen.

Nach fünf Minuten hieß es dann doch plötzlich, dass es losgingen (Sichtbar hatte sich nichts am Wasserstand geändert), also sind wir  durch das wenige Wasser zum Boot gewandert und mit Ausrüstung in das Boot reingklettert. Vorsorglich hatten Sarah und ich schon Reisetabletten geschluckt und an Board hab ich dann noch eine Runde für Kade und Ulrike spendiert :) Und dann sind wir erstaunlich sanft 10 Minuten Richtung offenes Meer getuckelt. Zum Glück mussten wir die brechenden Wellen am Korallenriff nicht überqueren, stattdessen haben wir neben einem anderen Boot halt gemacht und dann hieß es "Los gehts".

Anweisungen, Erklärungen und Instruktionen sind beim Schnorcheln nämlich anscheinend nicht nötig (wir haben auch tatsächlich keine gebraucht :D)! Schaukelnd und aufpassend nicht schon zu früh über Bord zu gehen, habe ich mich als erstes in meine Schwimmflossen gezwängt (Einfach dämlich) und mich dann zu der kleinen Leiter vorgekämpft. Übrigens eine ziemlich umständliche Aktion mit gigantischen Schwimmflossen über Sitzbänke auf einem schwanken Mini-Boot zu klettern und sich dann über den Rand zu manövrieren ohne in der Metallleiter hängen zu bleiben.

Mit Mühe bin ich dann in das ziemlich kalte Wasser gestiegen und erst einmal beinahe ertrunken. Normale Schwimmbewegungen machen mit Schwimmflossen überhaupt keinen Sinn, sind ziemlich anstrengend und haben keinen Einfluss auf den Auftrieb! Zum Glück hatte das Boot zwei Auskufen, da hing ich dann erst einmal, hab versucht nicht unterzugehen und mir gleichzietig schnorchel und Taucherbrille aufzuziehen. Resultat: Salz Wasser in Nase, Augen und Mund! Beim zweiten Anlauf war ich schon schlauer und hab nur noch Meerwasser in den Mund bekommen :D Ich bin dann erst einmal ein bisschen ohne Schnorchel geschwommen und hab mich an meine Flossen gewöhnt. Wenn man einmal verstanden hat, dass man die Füße nur wedeln muss, ist es ziemlich einfach von der Koordination, aber immernoch verdammt anstrengend für die nicht vorhandenen Muskel in meinen Beinen!!

Nachdem ich dann schon unglaublich viele kleine, bunte, große, schwarze, längliche, runde Fische entdecken konnte ohne Schnorchel. Wollte ich dann doch das lästige an der Oberfläche-Luft-holen sein lassen und hab mich dann doch mit dem Schnorchel angefreundet - geniale Entscheidung!! Ohne meinen kleinen Kopf noch einmal aus dem Wasser zu stecken, bin ich mit den anderen eine Stunde lang um das Boot herum geschwommen :) Es ist so schön Unterwasser! Wir haben als erstes Dorie gefunden und Khan schwam auch gar nicht so weit entfernt herum. Um riesige runden Steine/Korallen tummelten sich ganz viele blau-weiß gestreifte Fische, es gab kleine Schwarze mit lustigen weißen Punkten am Schwanz und große hell-rosa Fische. Dazwischen schwammen ein zwei längliche, dünne, sehr seltsame Fische in Geld oder Grau. Und ein riesiger weißer Seestern (bestimmt so groß wie ein Arm von mir) lag seelenruhig zwischen zwei Korallen.
Genauso faszinierend wie unheimlich war der Seetang. Völlig lautlos und immer in Bewegung, wie von Geisterhand nach links und dann wieder nach rechts gezogen. Es ist ein seltsames Gefühl durch die Halme dieser Pflanze zu schwimmen, irgendwie kalt und ganz weich. Total aufregend! Und dann ist plötzlich ein riesiger Fisch aufgetaucht, hell- und dunkelbraun gefleckt. Ganz ruhig und gemächlich ist er unter einem Steinvorsprung hervorgeschwommen, ein bisschen neben mir hergezogen und dann wieder hinter ein paar Korallen verschwunden. Vor Schreck hab ich fast meinen Schnorchel verschluckt, sodass ich erst einmal unter viel Gestrampel und in Luftblasen eingehüllt auftauchen musste, um Luft  und Kim und Sarah zu holen. (Eine ausgiebige Google-Recherche hat übrigens ergeben, dass ich einen ziemlich großen Katzenhai gesehen habe!) Leider war der erste Hai meines Lebens dann aber schon wieder unauffindbar unter einem Stein verschwunden, als ich wieder Luft hatte und Kim und Sara zu mir gepaddelt waren. Aber dann hat Sarah den winzig kleinen Nemo entdeckt. Nemo ist ja nicht größer als 2 cm!!! Kein Wunder, dass er so schwer zu finden ist. Aber wir haben ihn alle gesehen - es wa wirklich Nemo :D

Unser Bootsfahrer hat uns dann auch erst einmal wieder ins Boot gerufen, weil er zu einer anderen Stelle wollte. Wir also mit Mühe zurück ins Boot und ungefähr fünf Minuten weiter zu einer anderen Stelle gefahren. Und man oh man....waren da viele Fische :) Der Bootfahrer und Kade haben Brot und Fischfutter ins Wasser und direkt auf uns geworfen und dann war man plötzlich mitten unter hunderten von Fischen. Ein Chaos, ein Durcheinander und doch hat sich nie ein Fisch berührt oder ist gar gegen mich geschwommen. Faszinierend :) Manchmal sind die Fische auch direkt auf einen zu und haben mir genau in die Augen geguckt, ein ganz seltsames Gefühl....Aber ich hab es nie geschafft einen zu berühren.

Lustig waren dann auch die Unterwasserastronauten :D Neben unserer Anlegestelle, war ein Schiff von dem aus Underwater Walks gestartet sind. Während wir also gerade wirklichen Sport betrieben haben und frei unter den Fischen umher geschwommen sind, sind neben uns plötzlich eine Gruppe Asiaten mit antik aussehenden Taucherhelmen ins Wasser geplumbst und haben an einer Metallstande unter Wasser und mit vielen Luftblasen für eine Kamera gepost. Ich kam mir ein bisschen wie in einem Sience-Fiktion Film vor - sehr strange! Nach fast zwei Stunden Unterwasser-Spaß wurde es dann aber doch ziemlich kalt, vor allem weil sich bisher die Sonne noch nicht blicken lassen hatte und wir haben alle in Handtücher eingewickelt den Rückweg angetreten. Und in unsere Unterkunft wartete nichtmal eine warme Dusche auf uns :/

Am Nachmittag haben wir uns dann erst einmal in der prallen Sonne am Strand aufgewärmt und uns dann einen Spa gegönnt. Ich hab mich erst einmal schön durchkneten lassen, Kim hat sich eine Gesichtsbehandlung geleistet und Sarah hat endlich auch Blümchen auf ihren Fußnägeln! Entspannt und aufgewärmt sind wir dann Abends wieder bei Retro essen gewesen und haben danach "The great and powerfull OZ" geguckt.

Abschließend: Ein wirklich genialer Tag :) :)

See ya in 100 days :)





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