Freitag, 30. August 2013

Sonnenaufgang-Pech

Kia Ora,

Tagesziel: Um 2 Uhr morgens aufstehen! Ziel erreicht.

Pünktlich bin ich mit dem Weckerklingeln aus dem Bett geschreckt, hab mich in windeseile und mucksmäuschen-still angezogen, Zähne geputzt und mir meine Sachen gekrallt. Draußen dann die Enttäuschung: Regen und WOLKEN!! Wie soll man denn den Sonnenaufgang sehen, wenn es bewölkt ist :(
Ich binn dannn trotzdem tapfer zum Treffpunkt. Linda, Kristina und Kadek haben schon auf mich gewartet. Nur Theresa fehlte :d Sie nämlich noch tief und fest am Schlafen, deshalb sind Kadek und ich kurzerhand als Weckkomando zu ihrem Haus und haben sie wach gemacht :D Vollzählig sind wir dann im Dunkeln in das Taxi gekrochen. Alle haben geschlafen und ich hab die vorbeiziehende Dunkelheit beobachtet.
Ich liebe es nachts Auto zu fahren, alles sind dann so verändert und geheimnisvoll aus. Wie von einem anderen Stern. Die Fahrt hat dann aber nicht lange gedauert, nach anderthalb Stunden standen wir mal wieder auf einem Parkplatz. Trotz der frühen Stunde mit hektischem Betrieb und jeder Menge Menschen!. Schnell hat sich unser Guide vorgestellt, uns Taschenlampen in die Hand gedrückt und (wir hatten gerade noch genug Zeit Kadek und unserem Fahrer Wayan eine Gute Nacht im Auto zu wünschen) uns sofort weg von dem beleuchteten Parkplatz gelockt.

Unter normalen Bedingungen wäre mir bestimmt die eine oder ander Horrorfilm-Szene eingefallen und ich wäre bestimmt beunruhigt gewesen, stattdessen war ich vollkommen damit beschäftigt, in der absoluten Finsternis und nur beim schwachen Licht meiner Taschenlampe unseren Guide nicht zu verlieren, mir nicht die Beinde zu brechen und bitte so schnell wie möglich auf den  Mount Batur rauf zu kommen.

So schnell ging dass dann aber doch nicht. Erstens war viel Betrieb. Wie eine Kette hat sich eine Arme von Touristen mit wie Sterne funkelnde Taschenlampen die komplette Bergseite hochgezogen. Zweitens war der Sand und das Geröll zu Beginn, einem schmalen, steinigen Bergpfad gewichen voller loser Steine. Und drittens: es war steil und hoch!

Mühvoll haben wir dann einen Fuß vor den anderen setzend uns den Berg hoch gekämpft und den balinesischen Zeitangaben unseres Guides keine Aufmerksamkeit geschenkt. Umso überraschter war ich, also wir tatsächlich eine Stunde vor Sonnenaufgang oben angekommen waren :) Erleichtert und mich sofort wieder in meine "dicken" Sachen hüllend saßen wir auf einer kleinen Steinmauer, haben Tee getrunken und gekochte Eier mit ungetoasteten Bananentoast zum Frühstück gegessen.

Die Vorboten der Sonne waren atemberaubend. Rot strahlend und feurig konnten wir feine Streifen am Hochizont und um die Berge von Lombok herum ausmachen. Geduldig haben wir gewartet, gefrühstückt und ein paar Fotos gemacht. Und dann....Nebel, Wolken, nur noch WEIß! Zehn Minuten vor dem eigentlichen Aufgang hat sich unser lieber Mount Batur in eine riesige Wolke gehüllt und war dann auch nicht mehr bereit, uns den Sonnenaufgang zu zeigen.

Das Wetter kann leider keiner ändern, also haben wir gewartet und gewartet und es nichts passiert :/ Letzlich haben wir aufgegeben, uns noch den Krater im Nebel angesehen und die Affen beobachtet und uns dann an den Abstieg gemacht. Der übrigens eine überraschende Erkenntnis bereit gehalten hat. Der Weg den wir hoch gekommen waren, war wesentlich steiler und gefährlicher als gedacht. Ich konnte mich nicht daran erinnern, im Dunkeln so viel geklettert zu sein :D Aber naja, bergrunter ging dann irgendwie auch und dabei ist die mittlerweile scheinende Sonne hinter den Wolken hervor gekommen (perfektes Timing...).
Zurück im Auto ging es nach Ubud, alle saßen im Halbschlaf dösend und träumend, nur mich hat das Rascheln im Kofferraum nervös gemacht. Erste im Schlafmangel angestellte Überlegungen haben mich zu dem Schluss kommen lassen, dass wir enteder einen Affen oder eine Schlange als Blindenpassagier im Auto haben (beides wäre gleich schlimm gewesen!). Todesmutig habe ich mich also umgedreht und in den Kofferraum geguckt, um mich der Gefahr zu stellen und um herauszufinden, dass stattdessen zwei Tüten mit lebenden, zuckenden und hüpfenden Fischen im Kofferraum lagen. Geheimnis gelüftet!

In Ubud hab ich schnell geduscht, gegessen, meine Wäsche abgeholt und dann sind wir zur Massage gefahren. An so viel kann ich mich dabei aber nicht erinnern. Ich weiß noch, dass ich auf halbnackt auf der Liege lag und ein warmes Tuch über mir ausgebreitet wird. Ich erinner mich an Vogelgesang und leise Musik und an warmes Öl auf meinen Armen. Dann bin ich eingeschlafen :D Kurz aufgewacht, als ich mich umdrehen sollte und habe weiter geschlafen bis ich mich hinsetzen sollte. Selbst dann muss ich nochmal eingenickt sein, denn als nächstes erinnere ich mich unter der warmen Dusche zu stehen. Auf jeden Fall war ich nach der Massage tiefenentspannt und wieder wach ;) Ich hab mir Anschluss noch eine Pdiküre gegönnt, damit meine Fußnägel mal wieder ordentlich aussehen und dann sind Theresa und ich noch einmal nach Ubud rein.

Abends haben wir dann zusammen mit allen aus unserem Haus bei Cafe Vespa gegessen. Ich hab mir nach meiner Bruschetta noch ein Stück von diesem himmlischen Schokokuchen gegönnt und mich dann relativ früh für meine letzte Nacht in Ubud in Bett gelegt.

Morgen ist mein letzter Tag in Ubud. Mittags fahre ich nach Seminyak und besuche nochmal Johanna und ihre Familie und werde bei Ihnen bleiben, bis ich Samstag zum Flieger muss.

Ich weiß nicht, wo meine sechs Wochen in Bali hin sind!

See ya :)





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