Sonntag, 20. Oktober 2013

Auf nach Madiekeri

(Montag, 14. Oktober 2013)


Kia Ora,

Irgendwie hat sich mein Zeitgefühl vollkommen verschoben. Heute morgen bin ich aufgewacht und hatte keine Ahnung, welcher Tag es überhaupt ist. Nach einigem Überlegen und gerechne ist mir dann aber klar geworden, dass es Montag ist, dass ich in Indien bin und heute nach Madiekeri auf.

Nach einem entspannten Morgen im Hotelbett und nachdem ich das Internet noch einmal bis in alle Winkel ausgenutzt hatte, habe ich dann den Koordinator kennen gelernt, der so ähnlich wie "Ken", bloß ein bisschen anders heißt :D Mein Namensgedächtnis wird nur noch schlimmer.... Nach einer kurzen Unterhaltung und dem Hinweis, dass ich bis 12 Uhr ausgecheckt sein sollte, ist er aber noch einmal verschwunden.
Pünktlich saß ich um 12 Uhr in der Lobby, hatte ausgecheckt und all mein Gepäck unten. Nach 5 Minuten kam "Ken" und ein paar Minuten später das Taxi und schon war ich auf dem Weg zum Hauptbahnhof irgendwo am anderen Ende von Bangalore. Die Fahrt war chaotisch und hektisch. Und irgendwie verschwimmt sie in meiner Erinnerung schon ziemlich. Tatsächlich war der Verkehr aber weniger schlimm als erwartet, denn ich bin natürlich am Tag des hinduistischen Festes Dasara angekommen und alles war im Ausnahmezustand.

An der Bushaltestelle habe ich dann eine gute Stunde auf meinen Bus mit "Ken" gewartet und dabei herausgefunden, dass er sehr überzeugter Christ ist und meine sehr liberale Einstellung zur Religionswahl ist nicht auf so besonders viel Zuspruch gekommen :D Aber er war sehr nett und hat mich schließlich sicher in den Bus gebracht.

6 Stunden später, nach einer endlosen Fahrt und sher viel Gehupe, wirklich sehr viel Gehupe, bin ich schließlich im Dunkeln in Madikeri angekommen. Ehrlich gesagt hatte ich der sinkenden Sonne mit einem etwas zwiespältigen Gefühl zu gesehen. So unbedingt wollte ich nicht im Stockdunkeln irgendwo aussteigen, aber in Madikeri blieb mir dann keine andere Wahl. Und kaum war ich die Treppen des Busses runter stand vor mir ein winzige, fröhliche Inderin. Stacy ist ernsthaft noch einmal 10 Zentimeter kleiner als ich :D aber immer bestens gelaunt und etwas größenwahnsinnig, als sie mir meinen Rucksack abnehmen wollte. Im totalen Chaos vor der Stadt, denn es war ja Dasara und die Straße in die Stadt war gesperrt, sind wir losgelaufen durch die Menschenmenge, vorbei an den mit Lichterketten behängten Geschäften in eine dunkle Gasse, den Hügel runter, vorbei an einem Tempel und einen kleinen Hügel wieder hoch zu dem Freiwilligenhaus "Temple View". Im Dunkeln konnte ich nicht viel erkennen und nach ein paar Pancakes und einer sehr schnellen, kalten Dusche bin ich ins Bett gefallen. Die indische Einwohner Madiekeris jedoch nicht. Stattdessen haben sie die ganze Nacht bei wirklich lauter Musik und mit seltsamen, Tiergeräusche-nachahmenden Tröten gefeiert. Ich bin ihnen auch noch am nächsten Morgen begegnet, aber das ist eine andere Geschichte :D

Ich bin auf jeden Fall gut angekommen und weiterhin auf der Suche nach Internet ;)

See ya :)

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