Montag, 21. Oktober 2013

Elefenanten waschen

(Dienstag, 15. Oktober 2013)


Kia Ora,

erster Morgen in Madikeri nach einer Nacht mit lauter Bollywood-Pop-Dance-Musik: Ich wurde um 6 Uhr von Stacy geweckt, wobei ich sie erst beim dritten Anlauf gehört habe. Nach einer schnellen Katzenwäsche stand ich dann mit dem anderen Koordinator, der mit im Haus lebt, ich glaube sein Name ist irgendwas wie "Salomon" in der Dämmerung vor der Haustür und bin zurück zur Hauptstraße und in die noch immer laufenden Party aus tanzenden Indern, lauter Musik, seltsamen Tröten und schrillen-bunten Lichterketten gelaufen. Nach einigem Gequetsche durch die Menschenmenge sind wir in einen fahrenden Bus gesprungen und haben uns durch den Gang gequetscht.

Ein Mann hat darauf bestanden, dass ich seinen Platz einnehme, was sehr aufmerksam und nett war, wahrscheinlich aber mehr mit meiner auffälligen Hautfarbe zu tun hatte, als mit irgendwas anderem :D Auf jeden Fall saß ich für die folgende Stunde in einem schaukelnden, langsamen, überfüllten, hupenden Bus eingeklemmt sich einem Inder rechts von mir und einem indischen Hintern stehend links von mir.
Aus dem Bus raus sind wir in einem Ort 45 Minuten entfernt von Madiekeri und in ein kleines schwarzes TukTuk gestiegen, mit dem wir noch einmal 30 Minuten lang erst aus der Stadt raus und dann durch die grünen Kaffee-Plantagen gefahren sind. "Solomon" hat mir während der Fahrt einiges erklärt, aber durch das laute Brummen des TukTuk und seiner eher leisen Stimme habe ich nichts verstanden und mich auf mein wochenlanges Training in "Verständnis heucheln" berufen. Ich weiß genau wann ich "Ah" oder "Oh" sagen muss, auch mein Lachen und mein Verwunderung haben ihr Timing mittlerweile noch nie verfehlt und zur Not kann ich mich immer noch auf einzelne Keywörter stürzen :D

Irgendwann ist das Brummen des TukTuks verstummt und wir waren an dem Fluss YYY angekommen. Ein Haufen junger Männer war wild schreiend in dem braunen Wasser am Schwimmen und einige der ganz Mutigen haben den Fluss sogar durchquert. "Solomon" und ich haben aber erst einmal gewartet und gewartet und gewartet, auf ein Boot, dass uns über den Fluss bringen sollte, das aber nicht wusste, dass wir da waren... eine knappe halbe Stunde später ist aber tatsächlich ein kleines Boot aufgetaucht und hat an den Stufen ins Wasser angehalten. Keine 5 Minuten hat die Überfahrt gedauert und wir standen in dem Elefantenpark am Cauvery River.

Nach einem kurzen, seltsamen Besuch beim Manager, der mich an einen Großwildjäger aus irgendeiner Comic-Serie erinnert hat, haben wir in einem netten Cafe am Fluss einen Tee getrunken, bevor wir weiter dem Flusslauf gefolgt sind und schließlich einem gigantischen, 60-Jahre alten Elefanten die schlammige Böschung zum Fluss hinunter gefolgt sind. Für mich hieß es dann Schuhe ausziehen und mit ins Wasser, denn ich durfte den Elefanten mit waschen.

Die Haut ist viel haariger, als gedacht und mein Elefant war schon ein bisschen alt und schrumpelig. Es war unglaublich beeindruckend, dass riesige Tier, dass da so friedlich im braunen Wasser lag, zu berühren. Richtig erführchtig bin ich dann geworden, als ich für ein Foto direkt neben den gigantischen Stoßzähnen stehen sollten. Ich kam mir so winzig vor, aber den Elefanten hat es gar nicht interessiert.

Nachdem zwei weitere Elefanten und zwei Baby-Elefanten den schlammigen Hügel hinunter getrottet waren und Platz für mich und Salomon gemacht hatten, sind wir wieder hoch geklettert und ich hab die Gelegenheit bekommen, einem der Park-Angestellten einige Fragen zu stellen, während die grauen Riesen gemütlich Heu-Bälle gefuttert haben.

Im Anschluss hieß es dann Elefanten reiten. Und nach einem kurzen Schwindel-Anfall, die zwei Tage im Flugzeug haben sich dann doch bemerkbar gemacht, bin ich auf den kleinen Holzturm geklettert und von da aus auf den Elefantenrücken gestiegen und meine wackelige, kurze Reise hat begonnen. Man spürt jeden Schritt, jedes Mal, wenn der Elefant ein Bein gehoben hat, ist man zur Seite geschwankt. Es ist eine lustige Art sich fortzubewegen :D

Nach all diesen Abenteuern haben Salomon und ich uns auf die Reise zurück nach Madikeri gemacht. Nach einem kurzen Spaziergang entlang der Kaffee-Plantagen in der strahlenden Sonne sind wir von einem Party-TukTuk eingesammelt worden. In voller Lautstärke dröhnten die ganze Zeit über Bollywood-Party-hits aus den kleinen Lautsprechern des Fahrzeugs und so bin ich begleitet von Bollywood und einem heftigen Beat zurück zur Bushaltestelle und mit dem Bus dann zurück nach Madiekeri gefahren.

Zurück im Haus habe ich dann auch endlich Laura und Jane aus Belgien und Holland kennengelernt und kurzerhand haben mich beide mit zu dem Internetcafe genommen. Mein erster Rundgang durch Madiekeri hat viele TukTuks, viele Menschen und viel Müll gezeigt - also eigentlich nichts unerwartetes :D Das Cafe war dann eine kleine Enttäuschung. Nur mit Mühe konnte ich mich bei Facebook einloggen, meine E-Mails und meine Blogs konnte ich laden oder mich gar einloggen :/ Irgendwie werde ich da noch eine Lösung finden müssen.

Der Rest des Tages war dann ruhiger. wir haben Pasta gegessen, ich hab geduscht und dann haben wir noch einen Film geguckt - alles sehr entspannt :)

See ya :)













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